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Kurzantwort: Eine deutsche Telefonvorwahl besteht aus der Null und einer zwei- bis fünfstelligen Ortsnetzkennzahl. Die Bundesnetzagentur teilt das Land in 5.200 Ortsnetzbereiche ein. Große Städte haben kurze Vorwahlen wie 030 oder 040, ländliche Gegenden vier- oder fünfstellige. Aus dem Ausland ersetzt +49 die führende Null.
Die Vorwahl ist der Teil einer Telefonnummer, der etwas über den Ort verrät. Zumindest war das lange so.
Der Aufbau folgt einer festen Logik, die sich mit ein paar Ziffern erschließen lässt. Wer sie kennt, ordnet eine fremde Nummer in Sekunden grob ein.
Dieser Text zeigt, wie eine deutsche Rufnummer zusammengesetzt ist, was die einzelnen Bereiche bedeuten und wo die Aussagekraft der Vorwahl heute endet.
Wie eine deutsche Rufnummer aufgebaut ist
Eine vollständige Nummer besteht aus drei Teilen. Vorne steht die Verkehrsausscheidungsziffer 0, dann folgt die Ortsnetzkennzahl, dahinter die Teilnehmerrufnummer.
Bei 030 12345678 ist die 0 das Steuerzeichen, 30 die Kennzahl für Berlin und 12345678 der Anschluss. Umgangssprachlich meint Vorwahl meist die Kombination aus Null und Kennzahl, also 030.
Aus dem Ausland fällt die Null weg und wird durch die Ländervorwahl ersetzt. Aus 030 12345678 wird +49 30 12345678.
Eine feste Gesamtlänge gibt es nicht. Die internationale Regel E.164 begrenzt Telefonnummern auf höchstens 15 Ziffern einschließlich Ländercode. Vor 1997 lag die Grenze bei zwölf.
5.200 Ortsnetze, zwei bis fünf Ziffern
Die Bundesrepublik ist in 5.200 Ortsnetzbereiche eingeteilt. Jedem Bereich ist eine zwei- bis fünfstellige Ortsnetzkennzahl zugeordnet.
Zweistellige Kennzahlen sind selten. Dazu gehören 30 für Berlin, 40 für Hamburg, 69 für Frankfurt am Main und 89 für München.
Dreistellig wird es bei Städten wie Düsseldorf mit 211, Köln mit 221, Stuttgart mit 711 oder Wiesbaden mit 611. Vier- und fünfstellige Kennzahlen findest du im ländlichen Raum.
Die Logik dahinter ist Kapazität. Ein kurzes Ortsnetzkennzeichen lässt mehr Stellen für die Teilnehmerrufnummer übrig und damit mehr Anschlüsse im selben Netz.
Die offiziellen Listen führt die Bundesnetzagentur. Sie veröffentlicht alle Ortsnetzkennzahlen numerisch und alle Ortsnetznamen alphabetisch, als PDF und als Excel-Datei. Dazu kommen die Ortsnetzbereichsgrenzen als Geodaten, die nach jeder Änderung neu herausgegeben werden.
Ändern sich Ortsnetze, etwa durch Zusammenlegungen, dokumentiert die Behörde die verschobenen Grenzen jahrgangsweise. Die Daten stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz und dürfen unverändert weitergegeben werden.
Was die erste Ziffer über die Region verrät
Nach der Null folgt eine Ziffer zwischen 2 und 9. Sie ordnet den Anschluss grob einer Großregion zu.
02 steht für Nordrhein-Westfalen und den Norden von Rheinland-Pfalz. 03 deckt Berlin, Brandenburg und die übrigen ostdeutschen Länder ab.
04 gehört zu Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und dem nördlichen Niedersachsen. 05 liegt im Nordwesten, 06 in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.
07 steht für Baden-Württemberg, 08 für Oberbayern und Schwaben, 09 für Franken, die Oberpfalz und Niederbayern.
Diese Einteilung ist eine Orientierung, keine Verwaltungsgrenze. An den Rändern greifen die Bereiche über Landesgrenzen hinweg, weil sie der Technik der Fernvermittlung folgen und nicht der Landkarte.
Die 01 gehört keiner Region
Alles, was mit 01 beginnt, ist keinem Ort zugeordnet. In diesem Bereich liegen Mobilfunk, Servicedienste und Sondernummern.
Mobilfunk
Deutsche Handynummern liegen in den Bereichen 015, 016 und 017. Die Bundesnetzagentur teilt daraus Rufnummernblöcke an die Netzbetreiber zu.
Ursprünglich ließ sich am Block der Anbieter ablesen. 0170, 0171 und 0175 gingen an die Telekom, 0172 bis 0174 an Vodafone, 0177 und 0178 an E-Plus, 0176 und 0179 an O2. Seit Mobilfunknummern portierbar sind, sagt die Vorwahl darüber nichts mehr aus.
Service- und Sondernummern
0800 steht für kostenlose Anrufe, 0180 für Servicedienste, 0900 für Premiumdienste mit zusätzlicher Leistung, 0137 für Massenverkehrsdienste wie Abstimmungen, 0700 für persönliche Rufnummern.
Eine Sonderrolle spielt der Bereich 032. Diese nationalen Teilnehmerrufnummern haben keinen Ortsbezug. Die Bundeswehr nutzt sie etwa für ihr internes Kommunikationsnetz.
Wer wissen will, wer hinter einer 0900-Nummer steckt, kommt an die Information heran. Die Bundesnetzagentur führt eine Datenbank aller zugeteilten 0900-Rufnummern und stellt dafür eine Suchfunktion bereit.
Kurznummern
110 erreicht die Polizei, 112 als europäischer Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst. 115 ist die einheitliche Behördennummer. Der Bereich 116xxx ist europaweit für soziale Dienste harmonisiert, 118xx gehört der Telefonauskunft. Alle diese Nummern wählst du ohne Vorwahl.
Was die Vorwahl heute noch aussagt
Festnetznummern bleiben an ihren Ortsnetzbereich gebunden. Mitnehmen lässt sich eine Nummer nur innerhalb dieses Bereichs, ein Umzug in die Nachbarstadt kostet sie.
Seit dem 1. Dezember 2021 darf für die Rufnummernmitnahme kein Entgelt verlangt werden. Verzögert sich der Anbieterwechsel, sind zehn Euro je Werktag fällig oder 20 Prozent des monatlichen Entgelts, falls dieser Betrag höher liegt.
Über den tatsächlichen Aufenthaltsort sagt die Vorwahl wenig. Bei Internettelefonie funktioniert der Anschluss auch an einem anderen Ort, und Mobilfunknummern haben ohnehin keinen Ortsbezug.
Verändert hat sich das System zuletzt großflächig nach der Wiedervereinigung. Die Vorwahlen der DDR wurden durch Kennzahlen im Bereich 03 ersetzt. Ab dem 1. Juni 1992 waren nur noch die neuen Nummern wählbar.
Häufige Fragen
Wie viele Vorwahlen gibt es in Deutschland?
5.200 Ortsnetzbereiche mit je einer Kennzahl. Dazu kommen die Bereiche für Mobilfunk und die Sonderrufnummern.
Warum ist die Vorwahl mal zwei, mal fünf Ziffern lang?
Große Ortsnetze bekamen kurze Kennzahlen, damit mehr Stellen für die Teilnehmernummern bleiben. In dünn besiedelten Gegenden sind die Kennzahlen entsprechend lang.
Was ist die Verkehrsausscheidungsziffer?
Die Null am Anfang. Sie signalisiert dem Netz, dass ein Gespräch aus dem eigenen Ortsnetz hinausgeht. Sie ist kein Bestandteil der Rufnummer.
Welche Städte haben die kürzesten Vorwahlen?
Berlin mit 030, Hamburg mit 040, Frankfurt am Main mit 069 und München mit 089.
Kann ich an der Vorwahl den Mobilfunkanbieter erkennen?
Nein. Durch die Rufnummernmitnahme kann eine 0171 heute bei jedem Anbieter liegen.
Wo finde ich die vollständige Vorwahlliste?
Bei der Bundesnetzagentur. Sie stellt die Übersichten als PDF und Excel bereit, dazu die Ortsnetzbereichsgrenzen als Geodaten.
Quellen
- Bundesnetzagentur: Ortsnetzbereiche, -kennzahlen und -bereichsgrenzen
- Bundesnetzagentur: Nationale Teilnehmerrufnummern (0)32
- Wikipedia: Telefonvorwahl (Deutschland)
- Telekommunikationsgesetz, Paragraf 59
Geschrieben von Clara, Redaktion wissens-bote.de — sie schreibt hier über Wissensthemen und ordnet sie ein.






