Deutsche Vorwahl +49: so wählst du Deutschland richtig an

Kurzantwort: Die Ländervorwahl für Deutschland lautet +49, geschrieben auch 0049. Rufst du aus dem Ausland an, wählst du +49 und lässt die führende Null der deutschen Nummer weg. Aus einer 030 wird also +49 30, aus einer 0171 wird +49 171. Innerhalb Deutschlands bleibt die Null stehen.

Die deutsche Vorwahl ist schnell erklärt. Die Fehler passieren fast immer an derselben Stelle: bei der Null.

Wer aus dem Ausland anruft und die Null mitwählt, kommt nicht durch. Wer sie im Inland weglässt, ebenfalls nicht.

Hier steht, wie die deutsche Rufnummer aufgebaut ist, wann welche Ziffer wegfällt und warum du Kontakte am besten mit Pluszeichen speicherst.

+49 ist die Ländervorwahl für Deutschland

Deutschland hat die internationale Kennzahl 49. Geschrieben wird sie als +49, gewählt wird sie aus Europa als 0049.

Die beiden Nullen am Anfang sind die internationale Verkehrsausscheidungsziffer. Sie signalisiert dem Netz, dass jetzt ein Auslandsgespräch folgt.

Diese Ziffer ist nicht überall gleich. In Europa ist es die 00, aus den USA und Kanada dagegen die 011. Genau dafür steht das Pluszeichen: Es ist ein Platzhalter für die jeweils gültige Ausscheidungsziffer.

Auf dem Handy kannst du das Plus direkt eingeben, meist durch längeres Drücken der Null. Das Gerät setzt dann selbst die richtige Ziffernfolge ein.

Wann die führende Null wegfällt

Deutsche Rufnummern beginnen im Inland immer mit einer Null. Diese Null ist die nationale Verkehrsausscheidungsziffer und gehört nicht zur eigentlichen Kennzahl.

Bei Anrufen aus dem Ausland wird sie weggelassen. Aus 030 12345678 in Berlin wird +49 30 12345678, aus 089 in München wird +49 89, aus 0221 in Köln wird +49 221.

Dasselbe gilt für Mobilnummern. Eine 0170 wird international zu +49 170, eine 0176 zu +49 176.

Auch bei Sonderrufnummern greift die Regel. Eine Shared-Cost-Nummer 0180 1 123456 lautet international +49 1801 123456. Viele dieser Nummern sind aus dem Ausland allerdings gar nicht erreichbar.

Wie eine deutsche Nummer aufgebaut ist

Eine vollständige deutsche Rufnummer besteht aus drei Teilen: der Verkehrsausscheidungsziffer, der Vorwahl und der Teilnehmernummer.

Bei Ortsnetzrufnummern ist die Vorwahl eine Ortsnetzkennzahl. Sie liegt aus historischen Gründen ausschließlich in den Bereichen 02 bis 09 und ist unterschiedlich lang: Große Netze wie Berlin, Hamburg, Frankfurt und München haben zweistellige Kennzahlen, kleine Netze bis zu fünfstellige.

Bei Mobilfunknummern steht statt der Ortsnetzkennzahl eine Dienstekennzahl mit Blockkennung. In 0170 stecken die Dienstekennzahl 17 und die Blockkennung 0.

Die Vergabe organisiert die Bundesnetzagentur. Sie verwaltet 5.202 Ortsnetze, fünf Nummernbereiche für den Mobilfunk und mehrere Bereiche für Sonderrufnummern.

Was hinter den einzelnen Nummernbereichen steckt

Der Bereich 01 ist kein Ortsbereich. Dort liegen Call-by-Call-Vorwahlen, Mobilfunk und Sonderrufnummern. Mobil sind vor allem 015, 016 und 017 belegt.

Die bekannten Mobilfunkblöcke: 0151, 0160, 0170, 0171 und 0175 gehören zur Telekom Deutschland, 0162, 0172, 0173 und 0174 zu Vodafone, 0176, 0177, 0178 und 0179 zu Telefónica.

Außerhalb der 01 gibt es weitere Sonderfälle. 0800 sind kostenfreie Rufnummern, 0900 kostenpflichtige Mehrwertdienste, 0700 persönliche Rufnummern und 032 nationale Teilnehmerrufnummern ohne Ortsbindung.

Dazu kommen Kurznummern mit eigener Rufnummerngasse. 110 erreicht die Polizei, 112 den europaweiten Notruf, 115 die einheitliche Behördenrufnummer, 116117 den ärztlichen Bereitschaftsdienst und 116123 die Telefonseelsorge.

Zwei deutsche Systeme wurden eins

Bis zur Wiedervereinigung hatten beide deutsche Staaten eigene Vorwahlsysteme. Die DDR war international unter +37 erreichbar.

Eine große Reform blieb aus. Durch die Erweiterung der Vorwahl auf sechs Ziffern einschließlich führender Null standen im Bereich 03 genug Nummern bereit, um die DDR-Vorwahlen zu ersetzen. Vorher war dieser Bereich nur mit der 030 für Berlin belegt.

Die Rufnummern selbst blieben erhalten, soweit das möglich war. Ab dem 1. Juni 1992 waren nur noch die neuen Vorwahlen wählbar, die +37 entfiel.

Seitdem gibt es keine großen Umstellungen mehr. Reformen von Vorwahlen werden allgemein sehr restriktiv vorgenommen, weil jede Änderung Millionen Anschlüsse betrifft.

Was sich sehr wohl geändert hat, ist die Aussagekraft einer Nummer. Seit der Rufnummernmitnahme lässt sich am Anschluss nicht mehr erkennen, welcher Anbieter dahintersteckt, weil die Nummer beim Wechsel erhalten bleibt. Da manche Tarife nach Netz abrechnen, bieten viele Anbieter Auskunftsdienste an, die die tarifrelevante Zuordnung ausgeben.

Warum das Pluszeichen die bessere Schreibweise ist

Speicherst du deine Kontakte mit +49, funktionieren sie überall. Das Handy ersetzt das Plus automatisch durch die passende Ausscheidungsziffer des Landes, in dem du dich gerade aufhältst.

Das gilt auch im Inland. Eine als +49 30 gespeicherte Berliner Nummer lässt sich in Deutschland genauso wählen wie aus Australien.

Für Firmen und Impressen ist die internationale Schreibweise ohnehin Standard. Sie macht sofort klar, welche Ziffern zur Landeskennzahl gehören und welche zur Vorwahl.

Ein praktischer Nebeneffekt betrifft Messenger und Rückrufe. Dienste, die Kontakte über die Telefonnummer abgleichen, erwarten die internationale Form. Wer nur 0170 speichert, findet Kontakte im Ausland manchmal nicht wieder.

Häufige Fragen

Wie lautet die Vorwahl von Deutschland?

+49, aus Europa gewählt als 0049.

Muss ich die 0 mitwählen?

Aus dem Ausland nicht. Die führende Null entfällt, aus 030 wird +49 30.

Was bedeutet das Pluszeichen?

Es steht für die internationale Verkehrsausscheidungsziffer des Landes, aus dem du anrufst. In Europa 00, in den USA und Kanada 011.

Welche Vorwahl haben deutsche Handynummern?

Sie liegen in den Bereichen 015, 016 und 017, international also +49 151, +49 160, +49 170 und so weiter.

Warum haben ostdeutsche Orte oft längere Vorwahlen?

Nach 1990 wurden die DDR-Vorwahlen durch Nummern aus dem Bereich 03 ersetzt. Dafür wurde die Vorwahl auf bis zu sechs Ziffern verlängert.

Wer vergibt die Rufnummern in Deutschland?

Die Bundesnetzagentur. Sie organisiert alle Nummernbereiche und legt die Ortsnetzgrenzen fest.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion wissens-bote.de — sie schreibt hier über Wissensthemen und ordnet sie ein.

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