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Kurzantwort: Y und Z sind auf deutschen Tastaturen vertauscht, weil das Z im Deutschen viel häufiger vorkommt als das Y. Laut Wikipedia macht das Z 1,13 Prozent aller Buchstaben in deutschen Texten aus, das Y nur 0,04 Prozent. Im Englischen ist es umgekehrt: Y 1,974 Prozent, Z 0,074 Prozent. Deshalb bekam das Z bei der Anpassung des amerikanischen QWERTY-Layouts den besseren Platz in der oberen Reihe, direkt neben dem T, mit dem es im Deutschen oft zusammensteht.
Wer einmal auf einer englischen Tastatur tippt, merkt es sofort: „Zeit“ wird zu „Yeit“, „Zahl“ zu „Yahl“. Die beiden Buchstaben haben die Plätze getauscht. Der Rest der Belegung ist fast identisch. Dahinter stecken Buchstabenstatistik, die Mechanik alter Schreibmaschinen und eine deutsche Norm.
Hier liest du, woher das amerikanische QWERTY-Layout kommt, warum die deutsche Variante QWERTZ heißt, welche Zahlen den Tausch begründen und welche Länder ebenfalls das Z oben haben. Die Angaben stammen aus der Wikipedia und der Norm DIN 2137.
Woher QWERTY kommt
Die Anordnung geht auf den amerikanischen Drucker und Erfinder Christopher Latham Sholes zurück. Er reichte im Oktober 1867 eine Patentanmeldung für eine Schreibmaschine ein und entwickelte die Belegung in den frühen 1870er-Jahren. Ab 1874 verkaufte E. Remington and Sons die Sholes-and-Glidden-Schreibmaschine mit dieser Belegung. Der Durchbruch kam laut Wikipedia mit der Remington No. 2 von 1878, der ersten Maschine mit Groß- und Kleinbuchstaben.
Die bekannte Geschichte, Sholes habe häufige Buchstabenpaare absichtlich auseinandergelegt, damit sich die Typenhebel nicht verhaken, nennt die englische Wikipedia „populär, aber möglicherweise erfunden“. Eine andere Erklärung sieht Rückmeldungen von Telegrafisten als Ursprung. Sicher ist nur: Die Belegung war für englische Texte gemacht. Und im Englischen ist das Y ein häufiger Buchstabe, das Z ein seltener.
Die Zahlen hinter dem Tausch
Die Wikipedia führt Häufigkeitstabellen für mehrere Sprachen. Für das Deutsche und das Englische sehen die beiden Buchstaben so aus:
| Buchstabe | Deutsch | Englisch |
|---|---|---|
| Z | 1,13 % | 0,074 % |
| Y | 0,04 % | 1,974 % |
Im Deutschen ist das Z also etwa 28-mal häufiger als das Y. Im Englischen ist das Y rund 27-mal häufiger als das Z. Das Verhältnis kippt komplett. Ein deutscher Schreiber braucht das Z in „zu“, „zwischen“, „setzen“, „Zeit“, „ganz“ und in jedem „tz“. Das Y taucht laut Wikipedia „fast ausschließlich in Fremd- und Lehnwörtern“ auf: Yacht, Typ, System, Physik.
Zum Vergleich: Der häufigste deutsche Buchstabe ist das E mit 17,40 Prozent, gefolgt vom N mit 9,78 Prozent. Das Y gehört mit Q (0,02 Prozent) und X (0,03 Prozent) zu den drei seltensten Buchstaben des deutschen Alphabets. Es auf die bequeme obere Reihe zu legen und das Z in die untere linke Ecke zu verbannen, wäre für deutsche Texte unsinnig.
Warum das Z genau neben dem T liegt
Der Tausch bringt einen zweiten Vorteil, den die Wikipedia ausdrücklich nennt. T und Z stehen im Deutschen oft direkt hintereinander: Platz, Katze, jetzt, Netz, sitzen, nutzen. Nach dem Tausch liegen beide Tasten nebeneinander in der oberen Reihe. Ein Sichtschreiber, also jemand, der beim Tippen auf die Tasten schaut, findet die Gruppe „tz“ so leichter.
Dasselbe gilt für die Silbe „zu“, eines der häufigsten deutschen Wörter und zugleich Vorsilbe in Hunderten Verben. Auf der QWERTZ-Tastatur liegen Z und U ebenfalls direkt nebeneinander. Zwei der häufigsten deutschen Buchstabenfolgen mit Z sind damit auf einer Handbreite versammelt.
Die deutsche Norm DIN 2137
Die Belegung deutscher Tastaturen regelt die Norm DIN 2137. Die aktuelle Fassung ist die DIN 2137-01 vom August 2023. Sie beschreibt drei Belegungen: T1 ist die klassische deutsche Tastatur, die auf fast jedem Laptop und jeder Bürotastatur sitzt. E1 und E2 sind erweiterte Belegungen mit zusätzlichen Zeichen für andere Sprachen, etwa für Namen mit Akzenten oder das große ẞ.
Alle drei haben das Z in der oberen Reihe und das Y unten links. Neben dem Tausch unterscheidet sich die deutsche Tastatur vom amerikanischen Original durch die Umlaute Ä, Ö, Ü und das ß, die rechts neben den Buchstabenreihen liegen, wo auf QWERTY Satzzeichen und Klammern sitzen. Deshalb rutschen auch Zeichen wie das @ oder die eckigen Klammern auf die AltGr-Ebene.
Wer sonst noch QWERTZ nutzt
QWERTZ ist laut Wikipedia in Deutschland und Österreich Standard und darüber hinaus in weiten Teilen Osteuropas, sofern dort das lateinische Alphabet gilt. Ausnahmen sind Lettland, Estland und Litauen, die bei QWERTY bleiben. Auch die Schweiz tippt auf QWERTZ, allerdings mit einer eigenen Belegung, bei der die Umlaute anders liegen, damit die Tastatur für Deutsch, Französisch und Italienisch gleichermaßen taugt.
Das Muster ist überall gleich: Sprachen, in denen das Z häufig ist und das Y selten, tauschen. Frankreich ging noch einen Schritt weiter und vertauschte zusätzlich A mit Q und W mit Z, das Ergebnis heißt AZERTY.
Was das für dich im Alltag heißt
Wenn dein Computer plötzlich Y und Z vertauscht, hat sich fast immer die Tastatursprache umgestellt. Unter Windows wechselt die Tastenkombination Alt + Umschalt zwischen den installierten Layouts, unter macOS sind es Strg + Leertaste oder das Tastatursymbol in der Menüleiste. Ein Blick auf das Sprachkürzel unten rechts (Windows) oder oben rechts (macOS) zeigt, ob gerade „ENG“ statt „DEU“ aktiv ist.
Wer regelmäßig zwischen beiden Layouts wechselt, gewöhnt sich meist innerhalb weniger Tage um. Der Tausch betrifft nur zwei Tasten, der Rest der Buchstaben bleibt an Ort und Stelle. Die größere Hürde sind die Umlaute und Sonderzeichen, die auf QWERTY an ganz anderen Stellen oder gar nicht liegen.
Häufige Fragen
Warum ist Y und Z vertauscht, in einem Satz?
Weil das Z im Deutschen mit 1,13 Prozent rund 28-mal häufiger ist als das Y mit 0,04 Prozent und deshalb den besseren Platz in der oberen Reihe bekommt.
Seit wann gibt es QWERTZ?
Die Belegung entstand mit den ersten deutschen Schreibmaschinen als Anpassung des amerikanischen QWERTY-Layouts von 1874. Heute regelt sie die DIN 2137, zuletzt neu gefasst im August 2023.
Ist das Y der seltenste Buchstabe im Deutschen?
Fast. Die Wikipedia gibt 0,04 Prozent an, nur Q mit 0,02 und X mit 0,03 Prozent sind seltener. Das Y kommt fast nur in Fremd- und Lehnwörtern vor.
Warum liegt das Z neben dem T?
Weil „tz“ im Deutschen sehr häufig ist, etwa in Katze, jetzt und Platz. Nebeneinanderliegende Tasten sind für Sichtschreiber leichter zu finden.
Welche Länder tippen mit QWERTZ?
Deutschland, Österreich, die Schweiz und die meisten osteuropäischen Länder mit lateinischem Alphabet. Lettland, Estland und Litauen nutzen QWERTY.
Mein PC vertauscht plötzlich Y und Z, was tun?
Die Tastatursprache ist auf Englisch gesprungen. Unter Windows mit Alt + Umschalt zurückschalten, unter macOS mit Strg + Leertaste oder über das Tastatursymbol in der Menüleiste.
Quellen
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Geschrieben von Clara, Redaktion wissens-bote.de — sie erklärt hier Alltagsfragen mit belegten Antworten.







