Kriminologie studieren: Voraussetzungen, Wege und Hochschulen

Veröffentlicht am 29.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Wer Kriminologie studieren möchte, findet in Deutschland vor allem Masterstudiengänge. Eigenständige Bachelorstudiengänge fehlen laut Wikipedia weitgehend. Der übliche Weg führt über ein Erststudium wie Jura oder Sozialwissenschaften und danach in einen Master an einer juristischen Fakultät.

Kurzantwort: Kriminologie lässt sich in Deutschland als Masterstudium belegen, zum Beispiel in Bochum, Mainz oder Regensburg. Voraussetzung ist in der Regel ein abgeschlossenes Erststudium.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigenständige Kriminologie-Studiengänge sind in Deutschland Masterprogramme.
  • Sie gehören meist zu juristischen Fakultäten.
  • Bochum bietet einen berufsbegleitenden Master über zwei Jahre an.
  • Der Master in Hamburg läuft bis 2028 aus.

Was Kriminologie als Fach umfasst

Die Kriminologie erforscht, warum Straftaten entstehen, wie sie sich entwickeln und wie Gesellschaft und Staat darauf reagieren. Sie nutzt Methoden aus Soziologie, Psychologie und Rechtswissenschaft. Ein Schwerpunkt liegt auf empirischer Forschung. Dazu gehören Befragungen, Statistiken und die Auswertung von Akten.

Typische Themen sind Jugendkriminalität, Gewalt, Opferforschung, Strafvollzug und Kriminalprävention. Wer das Fach wählt, arbeitet also eher mit Daten und Theorien als an Tatorten. Diese Vorstellung prägen Fernsehserien, sie trifft das Studium aber selten.

Kriminologie studieren: Der Weg über Jura und Sozialwissenschaften

An deutschen Universitäten ist die Kriminologie weitgehend den rechtswissenschaftlichen Fakultäten angegliedert. Im Jurastudium taucht sie oft als Schwerpunktbereich „Kriminalwissenschaften“ auf. Wer Jura studiert, kann das Fach also schon im Grundstudium vertiefen.

Auch Soziologie, Psychologie oder Politikwissenschaft führen zum Ziel. Diese Studiengänge vermitteln Methodenwissen, das viele Masterprogramme voraussetzen. Die genauen Zulassungsbedingungen stehen in der jeweiligen Prüfungsordnung der Hochschule.

Masterstudiengänge und Hochschulen im Überblick

Die folgende Tabelle nennt Beispiele. Die Angaben stammen aus Wikipedia und von der Ruhr-Universität Bochum.

Hochschule Studiengang Besonderheit
Ruhr-Universität Bochum Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft Weiterbildend, berufsbegleitend, zwei Jahre, Blended Learning
Universität Mainz M.A. Kriminologie Juristische Fakultät
Universität Regensburg Kriminologie und Gewaltforschung Juristische Fakultät
Universität Hamburg Kriminologie (sozialwissenschaftlich) Läuft bis 2028 aus

Ein Blick in die aktuellen Studienangebote lohnt sich vor jeder Bewerbung. Hochschulen ändern Programme, Fristen und Kosten regelmäßig. Verbindlich sind nur die Seiten der Universitäten.

Master Kriminologie in Bochum: Aufbau und Ablauf

Der Bochumer Studiengang richtet sich an Berufstätige. Er ist interdisziplinär angelegt und wird an der Juristischen Fakultät angeboten. Das zweijährige Blended-Learning-Studium verbindet Präsenzphasen mit Selbststudium. Es vermittelt Grundlagen, aktuelle Forschungsergebnisse und empirische Methoden in Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft.

Leiterin des Studiengangs ist seit Oktober 2023 die Inhaberin des Lehrstuhls für Kriminologie. Für Beschäftigte bei Polizei, Justiz oder Behörden eignet sich das Modell, weil der Beruf weiterläuft.

Was sich in Hamburg geändert hat

In Hamburg bestand lange ein eigenes Institut für Kriminologische Sozialforschung. Dort ließ sich Kriminologie zunächst als Diplom und später als Master studieren. Das Institut wurde geschlossen. Der zugehörige Masterstudiengang läuft laut Wikipedia bis 2028 aus.

Der Jurist Frank Neubacher nannte das Fach 2013 „eine vom Aussterben bedrohte Disziplin“. Neuere Einschätzungen aus dem Jahr 2023 sehen die Lage entspannter. Nach Angaben von Daniela Boosen verfügen mindestens 68 Prozent der juristischen Fakultäten über ein kriminologisches Institut, einen Lehrstuhl oder eine Professur.

Kurzantwort: Ein Kriminologiestudium ist kein Polizeistudium. Wer Kriminalbeamter werden will, geht meist über das duale Studium im gehobenen Dienst der Landespolizei.

Kriminologie studieren für die Polizei: Der andere Weg

Viele Interessierte denken bei Kriminologie an die Kriminalpolizei. Dort läuft die Ausbildung getrennt. Laut Wikipedia umfasst sie Kriminologie, Kriminalistik und Recht. Der Einstieg erfolgt meist über ein Bachelorstudium im gehobenen Dienst.

Die Länder regeln das unterschiedlich. In Niedersachsen erfolgen die Einstellungen ausschließlich in die Schutzpolizei. Eine Spezialisierung auf Ermittlungen ist im Studium möglich, der Wechsel zur Kriminalpolizei folgt aber erst nach dem Vorbereitungsdienst. Rheinland-Pfalz plante 2023, künftig direkt für die Kriminalpolizei auszubilden.

Kriminologe oder Kriminalist: Zwei Berufsbilder

Die Berufsbezeichnungen werden oft verwechselt. Als Kriminalist gilt, wer Straftaten aufklärt oder verhindert, meist als Angehöriger der Kriminalpolizei. Kriminologen forschen dagegen an Universitäten, in Instituten oder Ministerien. Beide Felder überschneiden sich in der Praxis.

Mögliche Arbeitsfelder für Absolventen sind Forschungsinstitute, Kriminalprävention, Strafvollzug, Bewährungshilfe, Opferhilfe und Behörden. Viele Stellen verlangen zusätzlich einen Abschluss in Jura, Soziologie oder Psychologie.

Bewerbung und Planung: Schritte zum Studienplatz

  • Erststudium wählen, zum Beispiel Jura, Soziologie oder Psychologie.
  • Schwerpunkt Kriminalwissenschaften oder kriminologische Wahlfächer belegen.
  • Masterprogramme vergleichen und auf Zulassungsbedingungen achten.
  • Fristen notieren und Unterlagen früh zusammenstellen.
  • Praktika bei Justiz, Polizei oder Forschungsinstituten sammeln.

Wer berufstätig ist, prüft zuerst weiterbildende Angebote. Sie sind zeitlich flexibel, verlangen aber häufig Berufserfahrung und können Gebühren kosten.

Fazit

Kriminologie zu studieren bedeutet in Deutschland, einen Umweg über ein Erststudium zu gehen. Eigenständige Studiengänge gibt es nur als Master, überwiegend an juristischen Fakultäten. Bochum, Mainz und Regensburg zählen zu den Standorten, Hamburg läuft aus. Wer stattdessen zur Kriminalpolizei möchte, wählt das Polizeistudium der Länder. Ein Blick in die Prüfungsordnungen klärt die Voraussetzungen verbindlich.

FAQ – Häufige Fragen

Kann man Kriminologie in Deutschland als Bachelor studieren?

Eigenständige kriminologische Studiengänge gibt es laut Wikipedia in Deutschland ausschließlich als Master. Der Bachelor läuft meist über Jura, Soziologie oder Psychologie.

Welche Hochschulen bieten einen Master in Kriminologie an?

Genannt werden unter anderem die Universitäten Bochum, Mainz und Regensburg. Die Angebote unterscheiden sich in Schwerpunkt, Dauer und Zulassung.

Wie lange dauert das Studium der Kriminologie?

Der berufsbegleitende Master in Bochum dauert zwei Jahre. Andere Masterstudiengänge folgen ihrer eigenen Prüfungsordnung.

Braucht man für Kriminologie ein Jurastudium?

Ein Jurastudium ist nicht zwingend. Viele Masterprogramme sind aber an juristischen Fakultäten angesiedelt, weshalb Rechtskenntnisse den Einstieg erleichtern.

Gibt es einen Numerus clausus für Kriminologie?

Für weiterbildende und konsekutive Master gelten meist eigene Auswahlverfahren. Die Hochschulen legen Bewerbungsfristen und Kriterien selbst fest.

Kann man Kriminologie berufsbegleitend studieren?

Ja. Die Ruhr-Universität Bochum bietet den Master „Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft“ berufsbegleitend im Blended-Learning-Format an.

Wird der Master in Hamburg noch angeboten?

Laut Wikipedia läuft der sozialwissenschaftliche Masterstudiengang in Hamburg bis 2028 aus. Neue Bewerbungen sind daher voraussichtlich nicht mehr möglich.

Was ist der Unterschied zwischen Kriminologe und Kriminalist?

Kriminologen erforschen Ursachen und Folgen von Kriminalität. Kriminalisten klären Straftaten auf, meist bei der Kriminalpolizei.

Wie wird man Kriminalbeamter?

Der übliche Weg führt über ein Polizeistudium im gehobenen Dienst. Die Länder regeln Einstellung und Spezialisierung unterschiedlich.

Lohnt sich ein Kriminologiestudium?

Das hängt vom Berufsziel ab. Für Forschung, Kriminalprävention, Justiz und Polizei bringt das Fach vertieftes Wissen, einen festen Berufsweg garantiert es nicht.

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