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Was passiert, wenn Cholesterin zu hoch ist? Folgen und Werte

Kurzantwort: Ist das Cholesterin zu hoch, lagert sich vor allem das LDL-Cholesterin über Jahre in den Wänden der Arterien ab. Dort bilden sich Plaques, die Gefäße verengen und aufreißen können. Die Folgen sind verengte Herzkranzgefäße, Herzinfarkt und Schlaganfall. Du spürst davon lange nichts. Als optimal gelten laut gesundheitsinformation.de ein Gesamtcholesterin unter 200 mg/dl und ein LDL unter 100 mg/dl, Hochrisikopatienten sollen laut Wikipedia unter 70 mg/dl bleiben.

Cholesterin ist zunächst kein Gift. Der Körper baut daraus Zellwände, Gallensäuren, Vitamin D und Hormone. Die Leber stellt den größten Teil selbst her. Problematisch wird es, wenn zu viel davon im Blut kreist und in der falschen Verpackung, dem LDL. Dann beginnt ein stiller Prozess in den Gefäßen, der Jahrzehnte dauern kann und sich erst mit dem ersten Infarkt bemerkbar macht.

Hier liest du, was zu hohes Cholesterin in den Arterien anrichtet, welche Werte als normal gelten, wer betroffen ist, warum die Erblichkeit eine Rolle spielt und wie sich der Wert senken lässt. Die Zahlen stammen von gesundheitsinformation.de, dem Portal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), aus der Wikipedia und vom Robert Koch-Institut.

LDL, HDL und was die Werte bedeuten

Cholesterin ist fettlöslich und braucht Transporter im Blut. LDL bringt Cholesterin von der Leber zu den Zellen und lagert Überschuss in den Gefäßwänden ab. HDL sammelt Cholesterin wieder ein und bringt es zurück. Deshalb gilt LDL als ungünstig und HDL als schützend. Gesundheitsinformation.de nennt diese Stufen:

Wert Optimal Erhöht
Gesamtcholesterin unter 200 mg/dl (5,2 mmol/l) ab 240 mg/dl deutlich erhöht
LDL-Cholesterin unter 100 mg/dl (2,6 mmol/l) ab 160 mg/dl deutlich, ab 190 mg/dl stark erhöht
HDL-Cholesterin über 40 mg/dl (1,0 mmol/l) unter 40 mg/dl ungünstig

Welcher LDL-Wert für dich gilt, hängt vom Gesamtrisiko ab. Die Wikipedia nennt unter 130 mg/dl ohne weitere Risikofaktoren, unter 100 mg/dl bei Diabetes oder koronarer Herzkrankheit und unter 70 mg/dl für Hochrisikopatienten, etwa nach einem Schlaganfall.

Was in den Gefäßen passiert

Zu viel LDL dringt in die innere Schicht der Arterienwand ein. Dort wird es oxidiert, Fresszellen des Immunsystems nehmen es auf und bleiben als Schaumzellen liegen. Aus diesen Ansammlungen entstehen Plaques, die Arteriosklerose. Die Gefäßwand wird dicker und steifer, der Durchmesser kleiner.

Solange die Plaque stabil ist, fließt das Blut noch, nur weniger. Am Herzen zeigt sich das als Enge in der Brust bei Belastung. Reißt die Plaque ein, bildet sich innerhalb von Minuten ein Blutgerinnsel, das die Arterie verschließt. Im Herzen ist das der Herzinfarkt, im Gehirn der Schlaganfall, in den Beinen die periphere arterielle Verschlusskrankheit. Gesundheitsinformation.de fasst die Folgen als „verengte Herzkranzgefäße, Herzinfarkte oder Schlaganfälle“ zusammen.

Warum du nichts merkst

Hohes Cholesterin tut nicht weh. Es gibt keinen Schwindel, keine Müdigkeit, kein Warnsignal. Die Plaques wachsen über 20 oder 30 Jahre, ohne dass du etwas spürst. Der erste Hinweis ist oft der Blutwert bei einer Routineuntersuchung, der zweite ein Ereignis. Deshalb empfehlen Ärzte, das Cholesterin ab dem mittleren Alter regelmäßig messen zu lassen, bei familiärer Vorbelastung früher.

Nur bei sehr hohen Werten gibt es sichtbare Zeichen: gelbliche Fettablagerungen an den Augenlidern oder an Sehnen. Sie treten vor allem bei der erblichen Form auf.

Wie viele Menschen betroffen sind

Gesundheitsinformation.de verweist auf eine Studie des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2010: Bei mehr als der Hälfte der Erwachsenen in Deutschland liegt das Gesamtcholesterin über dem optimalen Wert. Zu hohes Cholesterin ist damit eher Regel als Ausnahme. Die Ursachen sind Ernährung mit viel gesättigtem Fett, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion und manche Medikamente.

Eine Sonderform ist die familiäre Hypercholesterinämie. Ein Gendefekt stört den Abbau von LDL, die Werte sind von Geburt an hoch, oft über 190 mg/dl. Gesundheitsinformation.de gibt die Häufigkeit mit etwa 0,3 Prozent der Bevölkerung an. Betroffene erleiden ohne Behandlung deutlich früher als andere einen Herzinfarkt. Wer Verwandte mit frühem Infarkt hat, sollte sein Cholesterin früh messen lassen.

Wie sich Cholesterin senken lässt

Der erste Schritt ist die Ernährung. Die Wikipedia nennt für eine vegetarische Ernährung eine LDL-Senkung um 10 bis 15 Prozent, für eine vegane um 15 bis 25 Prozent. Dahinter steckt vor allem weniger gesättigtes Fett aus Fleisch, Wurst, Butter und Käse und mehr Ballaststoffe aus Hafer, Hülsenfrüchten, Gemüse und Nüssen. Bewegung hebt das HDL, Rauchstopp verbessert die Gefäßwand direkt.

Reicht das nicht, kommen Statine. Sie bremsen die Cholesterinproduktion in der Leber. Gesundheitsinformation.de schreibt, dass sie „das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachweislich senken und die Lebenserwartung verlängern“. Für Menschen, die Statine nicht vertragen oder bei denen sie nicht reichen, gibt es Ezetimib und PCSK9-Hemmer, die das LDL laut Wikipedia um durchschnittlich 57 Prozent senken.

Was du jetzt tun kannst

Lass deine Werte messen, wenn du sie nicht kennst. Ein Lipidprofil mit Gesamt-, LDL- und HDL-Cholesterin gehört zum Gesundheits-Check-up der Krankenkassen. Frag nach deinem persönlichen Zielwert, denn 130 mg/dl LDL sind für einen gesunden 30-Jährigen in Ordnung und für einen Diabetiker zu viel. Und rechne mit Jahren: Was sich über Jahrzehnte aufgebaut hat, wird durch niedrigere Werte gebremst, in Teilen auch zurückgebildet, aber nicht über Nacht.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn Cholesterin zu hoch ist, in einem Satz?

LDL-Cholesterin lagert sich in den Arterienwänden ab, bildet Plaques und erhöht so das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Welcher Cholesterinwert ist zu hoch?

Gesamtcholesterin ab 200 mg/dl gilt als erhöht, ab 240 als deutlich erhöht. LDL sollte je nach Risiko unter 130, 100 oder 70 mg/dl liegen.

Merkt man hohes Cholesterin?

Nein. Es gibt keine Symptome, bis ein Gefäß verstopft. Nur bei sehr hohen Werten zeigen sich Fettablagerungen an Lidern oder Sehnen.

Wie viele Deutsche haben zu hohes Cholesterin?

Laut Robert Koch-Institut mehr als die Hälfte der Erwachsenen. Etwa 0,3 Prozent haben die erbliche familiäre Hypercholesterinämie.

Kann man Cholesterin ohne Medikamente senken?

Ja, um 10 bis 25 Prozent durch weniger gesättigtes Fett, mehr Ballaststoffe und Bewegung. Bei sehr hohen Werten oder Vorerkrankungen reichen diese Maßnahmen allein oft nicht.

Ist Cholesterin im Essen das Problem?

Weniger als gedacht. Die Leber produziert den Großteil selbst. Gesättigte Fettsäuren treiben das LDL stärker als das Cholesterin in Eiern.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion wissens-bote.de — sie erklärt hier Alltagsfragen mit belegten Antworten.


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