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Warum ist UV-Strahlung schädlich? Haut, Augen, Erbgut in Zahlen

Kurzantwort: UV-Strahlung ist schädlich, weil ihre Photonen genug Energie tragen, um Moleküle in lebenden Zellen zu verändern. Sie schädigt die DNA in den Hautzellen direkt, löst Sonnenbrand aus, unterdrückt laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die Immunantwort und lässt die Haut vorzeitig altern. Über Jahre summieren sich die Erbgutschäden zu Hautkrebs: 2023 erkrankten in Deutschland laut Robert Koch-Institut 26.430 Menschen neu am schwarzen Hautkrebs, 3.169 starben daran. An den Augen verursacht UV Binde- und Hornhautentzündungen und auf Dauer Grauen Star. Die einzige bekannte positive Wirkung ist die Bildung von Vitamin D durch UV-B.

Sonne fühlt sich gut an, und ein Teil von ihr ist unsichtbar gefährlich. Ultraviolette Strahlung liegt jenseits des violetten Endes des sichtbaren Lichts. Du siehst sie nicht, du spürst sie nicht, und der Schaden zeigt sich oft erst Stunden später als Sonnenbrand oder Jahrzehnte später als Hautkrebs.

Hier liest du, was UV-Strahlung physikalisch ist, welche drei Bereiche es gibt und welche davon dich erreichen, was sie in Haut, Augen und Erbgut anrichtet und ab welchem UV-Index du dich schützen musst. Die physikalischen Angaben stammen vom BfS, die Krebszahlen vom Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut (RKI).

UV-A, UV-B, UV-C: Was davon ankommt

Das BfS teilt die UV-Strahlung nach Wellenlänge in drei Bereiche: UV-A von 315 bis 400 Nanometer, UV-B von 280 bis 315 Nanometer und UV-C von 100 bis 280 Nanometer. Je kürzer die Welle, desto mehr Energie trägt jedes Photon und desto größer ist der Schaden, den es anrichten kann.

Die Atmosphäre filtert einen Teil heraus. UV-C wird laut BfS in den oberen Luftschichten vollständig absorbiert und erreicht den Boden nicht. Von der UV-B-Strahlung kommen etwa bis zu zehn Prozent unten an, mehr, wenn die Ozonschicht geschwächt ist. UV-A dagegen gelangt „weitgehend ungehindert“ zur Erdoberfläche. Am Boden besteht das UV-Licht der Sonne deshalb überwiegend aus UV-A mit einem kleinen, aber energiereichen Anteil UV-B.

Was UV im Erbgut anrichtet

Der Kern des Problems liegt in der DNA. UV-B-Photonen werden direkt von den Basen des Erbguts absorbiert. Liegen zwei Thymin-Bausteine nebeneinander, verschmelzen sie zu einem sogenannten Thymin-Dimer, einer Verklebung, die beim Kopieren der DNA zu Lesefehlern führt. Die Zelle hat Reparaturenzyme für solche Schäden, aber bei starker Bestrahlung entstehen mehr Dimere, als sie beheben kann. Bleibt ein Fehler in einem Gen, das die Zellteilung kontrolliert, kann daraus Jahre später Krebs entstehen.

UV-A wirkt indirekt. Es erzeugt in der Haut reaktive Sauerstoffverbindungen, die DNA, Eiweiße und die Kollagenfasern angreifen. Weil UV-A tiefer in die Haut eindringt als UV-B, ist es der Hauptgrund für Falten, Pigmentflecken und die lederartige Haut nach Jahrzehnten Sonne. Das BfS stuft UV-Strahlung insgesamt als krebserregend ein, die Krebsforschungsagentur der WHO führt sie in der höchsten Kategorie, zusammen mit Tabakrauch und Asbest.

Akute Schäden: Sonnenbrand, Allergie, Augen

Ein Sonnenbrand ist eine Entzündung. Die Haut reagiert auf massenhaft geschädigte Zellen mit Rötung, Schwellung und Schmerz; viele Zellen sterben gezielt ab, um mutiertes Erbgut nicht weiterzugeben. Das BfS nennt als akute Hautschäden außerdem Sonnenallergien und fototoxische Reaktionen, etwa nach Kontakt mit Riesenbärenklau oder bestimmten Medikamenten.

An den Augen verursacht UV laut BfS „schmerzhafte Binde- und Hornhautentzündungen“, bekannt als Schneeblindheit bei Skifahrern. Über Jahre trübt UV die Augenlinse ein, der Graue Star ist die Folge. Und UV schwächt das Immunsystem: Das BfS beschreibt, dass die Immunantwort in bestrahlter Haut unterdrückt wird. Deshalb blüht nach einem Sonnentag häufig Lippenherpes auf.

Die Langzeitfolge: Hautkrebs in Zahlen

Das RKI meldet für 2023 in Deutschland 12.960 Neuerkrankungen am malignen Melanom bei Frauen und 13.470 bei Männern. 1.318 Frauen und 1.851 Männer starben daran. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 64 beziehungsweise 69 Jahren. Früh erkannt ist die Prognose gut: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate beträgt 96 Prozent bei Frauen und 94 Prozent bei Männern.

Als wichtigsten äußeren Risikofaktor nennt das RKI „ultraviolette Strahlung, vor allem die wiederkehrende intensive Sonnenbelastung“. Sonnenbrände erhöhen das Risiko in jedem Alter, Solarien ebenfalls. Heller Hauttyp verstärkt den Effekt. Der helle Hautkrebs (Basaliom, Plattenepithelkarzinom) ist noch deutlich häufiger, verläuft aber selten tödlich. Wegen des Solarienrisikos ist die Nutzung in Deutschland seit 2009 für Minderjährige verboten.

Der UV-Index: Ab wann du dich schützen musst

Der UV-Index ist laut BfS ein „international einheitliches Maß für die sonnenbrandwirksame UV-Bestrahlungsstärke“. Die Skala ist nach oben offen. Bei 1 bis 2 ist kein Schutz nötig. Ab 3 gilt: mittags Schatten suchen, Kleidung, Hut, Sonnenbrille und Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor. Ab 8 ist Schutz „unbedingt erforderlich“, und das BfS rät, den Aufenthalt im Freien zur Mittagszeit zu vermeiden.

In Deutschland erreicht der Index im Sommer laut BfS Werte von 8 bis 9, in den Hochlagen Südbayerns bis 11. Das BfS veröffentlicht täglich eine Prognose. Wichtig: Wolken halten UV nur teilweise ab, Wasser, Sand und Schnee reflektieren es zusätzlich. Ein bedeckter Tag am Strand kann mehr UV bringen als ein klarer Tag in der Stadt.

Die eine gute Seite

Das BfS schreibt: „Die einzig bekannte positive biologische Wirkung von UV-Strahlung ist die Anregung der Bildung des körpereigenen Vitamin D durch UV-B-Strahlung.“ Dafür reichen im Sommer wenige Minuten mit unbedeckten Armen und Gesicht, weit unterhalb der Sonnenbranddosis. Länger in der Sonne zu bleiben bringt kein zusätzliches Vitamin D, nur zusätzlichen Schaden.

Häufige Fragen

Was ist gefährlicher, UV-A oder UV-B?

UV-B ist energiereicher und verursacht Sonnenbrand und direkte DNA-Schäden. UV-A dringt tiefer ein, lässt die Haut altern und trägt ebenfalls zum Krebsrisiko bei. Sonnencreme sollte beides abdecken.

Ab welchem UV-Index braucht man Sonnenschutz?

Laut BfS ab 3. Ab 8 sollte man die Mittagssonne ganz meiden.

Wie viele Menschen erkranken an schwarzem Hautkrebs?

2023 waren es laut RKI 26.430 Neuerkrankungen in Deutschland, 3.169 Menschen starben daran.

Schützt Bräune vor UV-Schäden?

Nur wenig. Bräune ist selbst eine Reaktion auf DNA-Schäden und entspricht etwa dem Schutz eines niedrigen Lichtschutzfaktors.

Ist UV-Strahlung im Schatten ungefährlich?

Nein. Gestreute Strahlung vom Himmel und Reflexionen von Wasser, Sand oder Schnee erreichen dich auch dort, mit geringerer Intensität.

Brauche ich UV für Vitamin D?

Ja, UV-B regt die Bildung an. Wenige Minuten im Sommer reichen, im Winter reicht die Sonne in Deutschland dafür nicht aus.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion wissens-bote.de — sie erklärt hier Alltagsfragen mit belegten Antworten.


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