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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Eine „Pflegestufe 5“ gibt es nicht. Seit 2017 zählt die Pflegeversicherung in Pflegegraden von 1 bis 5. Der Pflegegrad 5 bringt zu Hause 990 Euro Pflegegeld im Monat. Wer einen Pflegedienst nutzt, erhält Sachleistungen bis 2.299 Euro. Im Heim zahlt die Pflegekasse 2.096 Euro.
Kurzantwort: Pflegegrad 5, früher oft „Pflegestufe 3 plus Härtefall“ genannt, zahlt 990 Euro Pflegegeld im Monat. Für einen Pflegedienst stehen bis zu 2.299 Euro bereit, im Pflegeheim 2.096 Euro.
Das Wichtigste in Kürze
- Pflegestufen wurden zum 1. Januar 2017 durch fünf Pflegegrade ersetzt.
- Pflegegeld im Pflegegrad 5: 990 Euro monatlich.
- Pflegesachleistung im Pflegegrad 5: bis zu 2.299 Euro monatlich.
- Dazu kommen 131 Euro Entlastungsbetrag und weitere Zuschüsse.
Pflegestufe 5: Warum es diesen Begriff nicht gibt
Bis Ende 2016 kannte die Pflegeversicherung nur drei Pflegestufen. Dazu gab es die Härtefallregelung für die schwersten Fälle. Am 1. Januar 2017 trat die Reform mit fünf Pflegegraden in Kraft. Viele Menschen suchen deshalb weiter nach „Pflegestufe 5“ und meinen den höchsten Grad.
Der Pflegegrad 5 gilt für Menschen mit schwersten Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit. Zusätzlich müssen besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung bestehen. Das Gesetz verlangt dafür 90 bis 100 Gesamtpunkte im Begutachtungsverfahren. Weniger Punkte können ausreichen, wenn ein ähnlich hoher Hilfebedarf mit besonderen Anforderungen vorliegt.
Pflegegrad 5: Wie viel Pflegegeld gibt es im Monat?
Das Pflegegeld erhalten Pflegebedürftige, die zu Hause von Angehörigen, Freunden oder Nachbarn versorgt werden. Die Pflegekasse überweist den Betrag an die pflegebedürftige Person. Sie darf ihn frei an die Pflegenden weitergeben. Im Pflegegrad 5 beträgt das Pflegegeld laut Sozialgesetzbuch XI 990 Euro monatlich.
Steuern fallen auf das Pflegegeld nicht an, wenn Angehörige es erhalten. Es zählt außerdem nicht als Einkommen bei den meisten anderen Sozialleistungen. Wer nur einen Teil des Monats Anspruch hat, bekommt den Betrag anteilig.
Sachleistungen und Vollstationäre Pflege im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Beträge nach den Paragrafen 36, 37 und 43 des Sozialgesetzbuchs XI. Alle Werte gelten pro Monat.
| Pflegegrad | Pflegegeld | Sachleistung | Pflegeheim |
|---|---|---|---|
| 2 | 347 € | 796 € | 805 € |
| 3 | 599 € | 1.497 € | 1.319 € |
| 4 | 800 € | 1.859 € | 1.855 € |
| 5 | 990 € | 2.299 € | 2.096 € |
Die Sachleistung geht direkt an den ambulanten Pflegedienst. Das Pflegegeld erhalten die Pflegebedürftigen selbst. Beides lässt sich kombinieren. Nutzt jemand nur 60 Prozent der Sachleistung, bleiben 40 Prozent des Pflegegeldes übrig.
Kurzantwort: Wer zu Hause gepflegt wird, kann Pflegegeld, Pflegedienst oder eine Mischung wählen. Beim Pflegegrad 5 liegt die Spanne zwischen 990 Euro Geld und 2.299 Euro Sachleistung.
Zusatzleistungen im Pflegegrad 5
Neben den Hauptleistungen gibt es Bausteine, die den Alltag entlasten. Sie lassen sich mit dem Pflegegeld kombinieren.
- Entlastungsbetrag: 131 Euro monatlich für anerkannte Angebote, etwa Haushaltshilfe oder Betreuungsgruppen.
- Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege: Sie springen ein, wenn pflegende Angehörige ausfallen oder Urlaub brauchen.
- Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: bis zu 42 Euro monatlich für Handschuhe, Desinfektionsmittel oder Betteinlagen.
- Wohnraumanpassung: bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, zum Beispiel für einen Treppenlift oder eine bodengleiche Dusche.
- Pflegehilfsmittel wie Pflegebett: Die Kasse leiht sie meist aus oder übernimmt die Kosten.
Die genauen Ansprüche und Fristen hängen vom Einzelfall ab. Die Pflegekasse und die Pflegeberatung geben dazu verbindlich Auskunft.
Von der alten Pflegestufe zum Pflegegrad 5
Wer schon vor 2017 Leistungen bezog, wurde automatisch übergeleitet. Dafür brauchte es weder einen neuen Antrag noch ein neues Gutachten. Das regelt Paragraf 140 des Sozialgesetzbuchs XI. Ohne eingeschränkte Alltagskompetenz galt diese Zuordnung:
- Pflegestufe I wurde zu Pflegegrad 2.
- Pflegestufe II wurde zu Pflegegrad 3.
- Pflegestufe III wurde zu Pflegegrad 4.
- Pflegestufe III mit Härtefall wurde zu Pflegegrad 5.
Bei Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, etwa bei Demenz, fiel die Zuordnung meist einen Grad höher aus. Wer damals Pflegestufe III und zusätzlich eine eingeschränkte Alltagskompetenz hatte, landete im Pflegegrad 5. Das erklärt, warum viele Familien „Stufe 5“ sagen. Mehr zu Demenzerkrankungen erklärt der Beitrag Wie entsteht Alzheimer?
Pflegegrad 5 beantragen: Ablauf und Begutachtung
Den Antrag stellen Betroffene oder Angehörige formlos bei der Pflegekasse. Sie sitzt bei der Krankenkasse. Die Leistungen laufen ab dem Antragsdatum, deshalb zählt ein schneller Anruf. Danach läuft das Verfahren in wenigen Schritten ab:
- Die Pflegekasse schickt ein Formular und beauftragt den Medizinischen Dienst.
- Ein Gutachter besucht die Person zu Hause und prüft sechs Lebensbereiche.
- Aus den Punkten ergibt sich der Pflegegrad, ab 90 Punkten der Grad 5.
- Die Kasse schickt einen Bescheid, gegen den ein Widerspruch möglich ist.
Pflegetagebücher helfen beim Termin. Angehörige notieren darin eine Woche lang, welche Hilfe wann nötig war. Bei Demenz sollte jemand anwesend sein, der den Alltag gut kennt.
Was Pflegegeld für Angehörige bedeutet
Wer einen Angehörigen pflegt, muss das Pflegegeld nicht versteuern. Für Pflegepersonen zahlt die Pflegekasse unter bestimmten Bedingungen Beiträge zur Rentenversicherung. Sie richten sich nach dem Pflegegrad und dem Umfang der Pflege. Auch eine Unfallversicherung besteht über die Pflegekasse.
Die Kosten für einen Heimplatz liegen meist über dem Zuschuss der Kasse. Ein Eigenanteil bleibt, auch wenn er mit der Dauer des Aufenthalts sinkt. Gedanken über Vorsorge, Vollmachten und Erbe helfen früh. Praktische Hinweise dazu bietet der Beitrag Testament beglaubigen lassen. Wer den Monatshaushalt neu ordnen muss, findet im 4-Konten-Modell eine einfache Struktur.
Fazit
Die Frage „Pflegestufe 5 wieviel Geld“ lässt sich klar beantworten. Gemeint ist der Pflegegrad 5 mit 990 Euro Pflegegeld, bis zu 2.299 Euro Sachleistung oder 2.096 Euro im Heim. Dazu kommen der Entlastungsbetrag und weitere Zuschüsse. Ein früher Antrag sichert die Leistungen ab dem ersten Tag. Die Pflegekasse berät kostenlos. Dieser Text ersetzt keine rechtliche, medizinische oder steuerliche Beratung.
FAQ – Häufige Fragen
Gibt es eine Pflegestufe 5?
Nein. Die Pflegestufen wurden 2017 durch die Pflegegrade 1 bis 5 ersetzt. Der Grad 5 ist der höchste.
Wie viel Pflegegeld gibt es bei Pflegegrad 5?
Das Pflegegeld beträgt 990 Euro im Monat. Es wird nur gezahlt, wenn die Pflege zu Hause selbst organisiert wird.
Wie viel zahlt die Pflegekasse für einen Pflegedienst im Pflegegrad 5?
Die Pflegesachleistung liegt bei bis zu 2.299 Euro monatlich. Die Kasse rechnet direkt mit dem Pflegedienst ab.
Wie viel zahlt die Kasse im Pflegeheim bei Pflegegrad 5?
Für die vollstationäre Pflege übernimmt die Kasse 2.096 Euro im Monat. Unterkunft, Verpflegung und ein Eigenanteil kommen dazu.
Ab wie vielen Punkten gibt es den Pflegegrad 5?
Ab 90 bis 100 Gesamtpunkten im Gutachten. In Ausnahmefällen genügt ein ähnlich hoher Hilfebedarf mit besonderen Anforderungen.
Was war früher Pflegestufe 3 heute?
Meist der Pflegegrad 4. Mit Härtefall oder eingeschränkter Alltagskompetenz wurde daraus der Pflegegrad 5.
Kann ich Pflegegeld und Pflegedienst kombinieren?
Ja. Wer die Sachleistung nur teilweise nutzt, erhält das Pflegegeld anteilig. Die Kasse rechnet das automatisch aus.
Muss ich das Pflegegeld versteuern?
Pflegegeld aus der Pflegeversicherung ist für Angehörige steuerfrei. Bei Fragen hilft ein Steuerberater oder die Pflegekasse.
Wann beginnen die Leistungen nach dem Antrag?
Die Leistungen laufen ab dem Tag der Antragstellung bei der Pflegekasse. Deshalb lohnt ein früher Antrag.
Wo bekomme ich Beratung zum Pflegegrad 5?
Die Pflegekasse bietet kostenlose Pflegeberatung an. Auch Pflegestützpunkte und Sozialverbände helfen bei Antrag und Widerspruch.
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Quellen
- Bundesgesundheitsministerium: Pflegegrade
- SGB XI § 37: Pflegegeld
- SGB XI § 140: Überleitung in die Pflegegrade
- Wikipedia: Pflegegrad
Nico Thalmann erklaert fuer wissens-bote.de Zusammenhaenge, ohne sie zu vereinfachen.






