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Was passiert, wenn Trade Republic pleite geht? Depot und Geld

Kurzantwort: Deine Aktien und ETFs gehören dir und fallen bei einer Insolvenz nicht in die Insolvenzmasse. Du kannst sie nach § 47 InsO aussondern und auf ein Depot bei einer anderen Bank übertragen lassen. Das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde geschützt (§ 8 EinSiG). Der Teil des Guthabens, den Trade Republic in Geldmarktfonds anlegt, ist Sondervermögen nach § 92 KAGB, also vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt, aber nicht von der Einlagensicherung gedeckt. Kursverluste deiner Wertpapiere ersetzt in keinem Fall jemand.

Trade Republic verwaltet nach eigenen Angaben rund 150 Milliarden Euro für etwa 10 Millionen Kunden (Stand April 2026, laut Wikipedia). Viele davon haben ihren ETF-Sparplan dort und fragen sich irgendwann: Was ist, wenn die Bank verschwindet? Die Antwort hängt davon ab, welcher Teil deines Vermögens gemeint ist, denn Wertpapiere, Bankguthaben und Fondsanteile sind rechtlich drei verschiedene Dinge.

Hier liest du, wie Trade Republic aufgebaut ist, was bei einer Insolvenz mit Aktien, ETFs und Guthaben geschieht, welche Rolle die Geldmarktfonds spielen, was du im Ernstfall tun müsstest und wo die Grenzen des Schutzes liegen. Grundlage sind das Einlagensicherungsgesetz, die Insolvenzordnung, das Kapitalanlagegesetzbuch und der Wikipedia-Artikel zu Trade Republic.

Wie Trade Republic aufgebaut ist

Trade Republic wurde 2015 in München gegründet, sitzt heute in Berlin-Mitte und erhielt im Dezember 2018 die Lizenz als Wertpapierhandelsbank. Inzwischen ist das Unternehmen laut Wikipedia „Kreditinstitut mit Vollbanklizenz“ und unterliegt damit der Aufsicht von BaFin und Bundesbank wie jede andere deutsche Bank. Die Wertpapiere der Kunden werden bei Clearstream verwahrt, der zentralen Wertpapiersammelbank der Deutschen Börse. Kundengelder liegen laut Wikipedia bei Partnerbanken wie Crédit Agricole, Deutscher Bank, HSBC Continental Europe und J.P. Morgan sowie teilweise in Geldmarktfonds.

Was mit Aktien und ETFs passiert

Wertpapiere im Depot sind dein Eigentum. Die Bank verwahrt sie treuhänderisch, sie gehören ihr nicht. Geht die Bank insolvent, greift § 47 der Insolvenzordnung: Wer „geltend machen kann, dass ein Gegenstand nicht zur Insolvenzmasse gehört, ist kein Insolvenzgläubiger“ und hat einen Anspruch auf Aussonderung. Der Insolvenzverwalter muss dir die Papiere herausgeben, in der Praxis durch Depotübertrag zu einer anderen Bank.

Das gilt für Aktien, ETFs, Anleihen und Fondsanteile gleichermaßen. Die Verwahrung bei Clearstream macht den Übertrag technisch einfach, weil die Stücke ohnehin nicht physisch bei Trade Republic liegen. Was du dabei trägst, ist das Marktrisiko: Fällt der Kurs während der Abwicklung, ist das dein Verlust. Eine Insolvenz der Bank ändert am Wert eines MSCI-World-ETF nichts.

Was mit dem Guthaben passiert

Geld auf dem Verrechnungskonto ist eine Einlage. Dafür gilt das Einlagensicherungsgesetz. § 8 EinSiG: „Der Entschädigungsanspruch ist der Höhe nach begrenzt auf den Gegenwert von 100 000 Euro (Deckungssumme).“ In Sonderfällen, etwa nach einem Immobilienverkauf, Heirat, Scheidung oder Renteneintritt, steigt die Deckung für sechs Monate auf bis zu 500.000 Euro. Zuständig ist die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB). Die Auszahlung muss laut EU-Vorgabe innerhalb von sieben Arbeitstagen erfolgen.

Die Summe gilt je Kunde und je Bank. Hast du bei Trade Republic 100.000 Euro und bei einer zweiten Bank weitere 100.000 Euro, sind beide Beträge getrennt geschützt. Gemeinschaftskonten zählen je Inhaber.

Der Sonderfall Geldmarktfonds

Trade Republic legt einen Teil der Kundengelder in Geldmarktfonds an, um die Zinsen zu erwirtschaften, die es auf Guthaben zahlt. Laut Wikipedia gab es Kritik, weil „nicht ausreichend darauf hingewiesen worden“ sei, „dass ein Teil der Guthaben in Geldmarktfonds investiert wird, welche wiederum nicht durch die Einlagensicherung geschützt sind“.

Dieser Teil ist rechtlich kein Bankguthaben, er ist Fondsanteil. Für ihn gilt § 92 KAGB: „Das Sondervermögen ist von dem eigenen Vermögen der Kapitalverwaltungsgesellschaft getrennt zu halten.“ Weder die Insolvenz von Trade Republic noch die der Fondsgesellschaft würde diese Anteile erfassen. Was bleibt, ist ein sehr kleines Kursrisiko, weil Geldmarktfonds in kurzlaufende Anleihen und Bankeinlagen investieren. Ein Totalverlust ist damit praktisch ausgeschlossen, eine Garantie wie bei der Einlagensicherung gibt es aber nicht.

Was du im Ernstfall tun müsstest

  1. Nichts überstürzen. Die BaFin ordnet bei einer Bankenschieflage ein Moratorium an, in dieser Zeit sind Konten gesperrt. Das ist Verfahren, kein Verlust.
  2. Auf die EdB warten. Sie schreibt betroffene Kunden an. Du musst keinen Antrag stellen, aber deine Kontaktdaten sollten stimmen.
  3. Depotübertrag beantragen. Eröffne ein Depot bei einer anderen Bank und beauftrage dort den Übertrag. Der Insolvenzverwalter muss ihn ausführen.
  4. Unterlagen sichern. Lade vorher regelmäßig Depotauszüge und Kontoauszüge herunter. Im Streitfall belegen sie deinen Bestand.

Was der Schutz nicht abdeckt

Kursverluste, egal aus welchem Grund, trägt der Anleger. Kryptowährungen, die Trade Republic anbietet, sind weder Einlagen noch Wertpapiere im Sinne des Depotgesetzes; wie sie im Insolvenzfall behandelt würden, ist rechtlich weniger klar als bei Aktien. Beträge über 100.000 Euro auf dem Verrechnungskonto sind ungeschützt, sofern kein Sonderfall vorliegt. Und die Einlagensicherung ersetzt kein Geld, das du durch Betrug oder Phishing verloren hast.

Häufige Fragen

Sind meine ETFs bei Trade Republic sicher?

Ja, im Sinne des Insolvenzschutzes. Sie sind Sondervermögen, gehören dir und werden bei Clearstream verwahrt. Das Kursrisiko bleibt.

Wie viel Guthaben ist geschützt?

100.000 Euro je Kunde nach § 8 EinSiG, in Sonderfällen bis 500.000 Euro für sechs Monate.

Ist der Geldmarktfonds-Anteil gefährdet?

Er ist Sondervermögen nach § 92 KAGB und von einer Insolvenz nicht erfasst. Ein geringes Kursrisiko besteht, eine Garantie nicht.

Wie lange dauert die Entschädigung?

Die EU-Vorgabe sieht sieben Arbeitstage vor. Der Depotübertrag kann je nach Verfahren länger dauern.

Wer beaufsichtigt Trade Republic?

Als Kreditinstitut mit Vollbanklizenz die BaFin und die Deutsche Bundesbank, für die Verwahrung Clearstream als Wertpapiersammelbank.

Soll ich Geld auf mehrere Broker verteilen?

Für Guthaben über 100.000 Euro ist die Verteilung auf mehrere Banken sinnvoll. Für Wertpapiere ist sie nicht nötig, weil sie ohnehin dein Eigentum sind.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion wissens-bote.de — sie erklärt hier Alltagsfragen mit belegten Antworten.


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