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Kurzantwort: Ist der Blutdruck zu niedrig, kommt beim Aufstehen oder langen Stehen kurz zu wenig Blut im Gehirn an. Die Folgen sind Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen, kalte Hände, Müdigkeit und im schlimmsten Fall eine Ohnmacht mit Sturz. Als Grenze gelten laut Wikipedia 90/60 mmHg. Anders als Bluthochdruck schädigt ein dauerhaft niedriger Blutdruck die Gefäße nicht; die Gefahr liegt in den Stürzen und in einer möglichen Grunderkrankung, die dahintersteckt.
Niedriger Blutdruck hat in Deutschland einen eigenen Namen, die Hypotonie, und viele Betroffene, vor allem junge, schlanke Frauen. In anderen Ländern gilt er kaum als Krankheit. Beides hat seinen Grund: Die Beschwerden sind real und lästig, die langfristigen Schäden bleiben aus. Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick, weil hinter einem plötzlich niedrigen Blutdruck auch ein Medikament oder eine Erkrankung stecken kann.
Hier liest du, ab welchen Werten der Blutdruck als zu niedrig gilt, was im Körper passiert, welche drei Formen es gibt, wann es gefährlich wird und was gegen die Beschwerden hilft. Die Angaben stammen aus der Wikipedia, die sich auf das amerikanische National Heart, Lung, and Blood Institute und die Klassifikation ICD-10 stützt.
Ab wann der Blutdruck zu niedrig ist
Das National Heart, Lung, and Blood Institute nannte 2011 laut Wikipedia 90/60 mmHg als Grenzwert. Der erste Wert ist der systolische Druck beim Herzschlag, der zweite der diastolische in der Ruhephase dazwischen. Liegt der obere Wert dauerhaft unter 90, spricht man von Hypotonie.
Entscheidend sind aber die Beschwerden. Wer mit 95/60 beschwerdefrei durch den Tag kommt, braucht keine Behandlung. Wer bei 105/70 nach jedem Aufstehen schwarz sieht, sehr wohl. Ärzte richten sich nach den Beschwerden.
Was im Körper passiert
Der Blutdruck sorgt dafür, dass Blut gegen die Schwerkraft bis ins Gehirn gelangt. Beim Aufstehen sacken durch die Schwerkraft mehrere hundert Milliliter Blut in die Beine. Normalerweise ziehen sich die Gefäße innerhalb von Sekunden zusammen und das Herz schlägt schneller, sodass der Druck stabil bleibt. Funktioniert diese Gegenregulation zu langsam oder zu schwach, ist das Gehirn für einen Moment unterversorgt.
Genau dann treten die typischen Beschwerden auf, die die Wikipedia nennt: Blässe, kalte Hände und Füße, Zittern, rasche Ermüdung, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrasen und Kollapsneigung. Das Schwarzwerden vor den Augen ist die Netzhaut, die als erstes den Sauerstoffmangel meldet. Hält die Unterversorgung länger an, kommt es zur Synkope, einer kurzen Ohnmacht.
Die drei Formen und ihre Ursachen
Die Medizin unterscheidet nach ICD-10 drei Formen:
- Idiopathische Hypotonie (I95.0): Die Ursache ist unklar. Sie kommt laut Wikipedia häufig bei jungen, schlanken Frauen vor und ist die harmlose Variante.
- Sekundäre Hypotonie (I95.9): Ein Auslöser ist bekannt, etwa Medikamente wie Blutdrucksenker, Entwässerungsmittel oder Antidepressiva, Flüssigkeitsmangel, Herzschwäche, Schilddrüsenunterfunktion oder Nebennierenschwäche.
- Orthostatische Hypotonie (I95.1): Der Blutdruck fällt beim Aufstehen ab. Definiert ist sie als Abfall des oberen Werts um mehr als 20 mmHg oder unter 90 mmHg absolut, oder des unteren Werts um mehr als 10 mmHg, innerhalb von 3 Minuten nach dem Aufstehen.
Die orthostatische Form betrifft laut Wikipedia rund 20 Prozent der über 65-Jährigen. Häufige Ursachen sind eine Schädigung des vegetativen Nervensystems, etwa durch Diabetes, oder ein zu geringes Blutvolumen durch zu wenig Trinken.
Wann niedriger Blutdruck gefährlich wird
Die größte Gefahr ist der Sturz. Eine Ohnmacht führt laut Wikipedia „häufig zu Stürzen und damit verbundenen Verletzungen“, bei älteren Menschen oft zu Knochenbrüchen. Wer beim Autofahren, auf der Leiter oder an der Bahnsteigkante ohnmächtig wird, riskiert mehr als eine Beule.
Ein zweites Risiko ist die Ursache dahinter. Ein plötzlich neuer niedriger Blutdruck mit Ohnmacht kann auf eine Herzrhythmusstörung, eine innere Blutung, eine schwere Infektion oder eine allergische Reaktion hinweisen. Fällt der Druck akut so stark, dass Organe nicht mehr versorgt werden, sprechen Ärzte von einem Schock, einem Notfall.
Für die Gefäße ist niedriger Blutdruck dagegen günstig. Die Wikipedia schreibt, dass eine Hypotonie „gegenüber einer Hypertonie bezüglich des kardiovaskulären Risikos als günstiger anzusehen“ ist. Menschen mit niedrigem Blutdruck haben weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle, weil ihre Gefäßwände weniger Druck aushalten müssen.
Was gegen die Beschwerden hilft
Die Behandlung beginnt ohne Medikamente. Die Wikipedia nennt körperliche Maßnahmen wie Sport, Gymnastik und Wechselduschen sowie mehr Salz und Flüssigkeit. Im Alltag heißt das:
- Über den Tag verteilt ausreichend trinken, besonders bei Hitze.
- Langsam aufstehen, vor dem Aufstehen im Bett die Beine bewegen und einen Moment auf der Bettkante sitzen.
- Ausdauersport, der die Gefäßregulation trainiert.
- Wechselduschen mit kaltem Abschluss an den Beinen.
- Kompressionsstrümpfe, die das Versacken des Bluts in den Beinen bremsen.
- Mehrere kleine Mahlzeiten statt weniger großer, weil die Verdauung Blut in den Bauch zieht.
Medikamente, sogenannte Antihypotonika wie Sympathomimetika oder Dihydroergotamin, sind laut Wikipedia nur selten angezeigt. Sie kommen bei ausgeprägten Beschwerden zum Einsatz, wenn alles andere versagt hat.
Wann du zum Arzt gehen solltest
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn du ohnmächtig geworden bist, wenn der niedrige Blutdruck neu aufgetreten ist, wenn du gleichzeitig Brustschmerzen, Atemnot, Herzstolpern oder schwarzen Stuhl bemerkst oder wenn du Medikamente nimmst, die den Blutdruck senken. Die Ärztin misst den Blutdruck im Liegen und Stehen, schreibt ein EKG und prüft Blutbild und Schilddrüsenwerte. Bei unklaren Ohnmachten folgt eine Kipptischuntersuchung.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn der Blutdruck zu niedrig ist, in einem Satz?
Das Gehirn bekommt kurzzeitig zu wenig Blut, du wirst schwindelig, siehst schwarz und kannst ohnmächtig werden und stürzen.
Welcher Blutdruck ist zu niedrig?
Unter 90/60 mmHg nach dem amerikanischen National Heart, Lung, and Blood Institute. Behandelt wird nach den Beschwerden.
Ist niedriger Blutdruck gefährlich?
Für die Gefäße nicht. Gefährlich sind Stürze bei Ohnmacht und eine mögliche Ursache wie Herzrhythmusstörungen, Blutungen oder Medikamentenwirkungen.
Was ist orthostatische Hypotonie?
Ein Abfall des oberen Werts um mehr als 20 mmHg oder des unteren um mehr als 10 mmHg innerhalb von 3 Minuten nach dem Aufstehen. Betrifft rund 20 Prozent der über 65-Jährigen.
Hilft Salz bei niedrigem Blutdruck?
Ja, mehr Salz und Flüssigkeit gehören laut Wikipedia zu den ersten Maßnahmen. Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten das vorher mit dem Arzt besprechen.
Was tun bei akutem Schwindel durch niedrigen Blutdruck?
Hinsetzen oder hinlegen, Beine hochlagern, etwas trinken. Bei Ohnmacht, Brustschmerz oder Atemnot den Notruf 112 wählen.
Quellen
Das passt dazu
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Geschrieben von Clara, Redaktion wissens-bote.de — sie erklärt hier Alltagsfragen mit belegten Antworten.






